Wenn neue Kundinnen oder Kunden auf mich aufmerksam werden, lautet meine erste Frage fast immer: Denken Sie, dass Sie mit dem geplanten Buch richtig viel Geld verdienen werden? Lautet die Antwort “nööö …”, ist alles gut (kommt manchmal etwas zögerlich – und das ist völlig in Ordnung. Ein bisschen Hoffnung schadet ja nun wirklich nicht …) Dann stellen wir gemeinsam fest, was es sonst  noch zu gewinnen geben könnte, wenn wir die Buchidee realisieren (und das läuft meistens über die Angebote hier)

Klären wir also bitte erst einmal:

Was sind  Bucherfolge überhaupt?

Diese Frage ist nur scheinbar banal. Denn “Erfolg” ist für jede und jeden etwas ganz anderes. Und das ist gut so.

Ich bin außerdem der Meinung, dass das einsame Genie, das vom Bücherschreiben leben will, ein regelrechtes Gespenst aus einer Vergangenheit ist, die es schon lang nicht mehr gibt.

Erfolgsautor werden?! Das ist ein Versprechen, das vermutlich noch nie jemand einlösen konnte. Denn: “Laut Mario Andreotti können nur rund 2 % aller Autorinnen und Autoren in Deutschland vom Verkauf ihrer Bücher leben (Mario Andreotti: Die Struktur der modernen Literatur. 5. Auflage, UTB 2014, S. 115). Auch an anderen Stellen liest oder hört man ähnliche Zahlen, mal sollen es 1 % sein, mal 3 %, doch letztlich es bleibt dabei: Nur die wenigsten können vom Schreiben leben.” Dieses Zitat stammt von einer Frau, die sich ausführlich mit der Frage nach den Buchhonoraren beschäftig hat: Anette Huesemann, die Schreibtrainerin. Ihr äußerst lesenswerter Beitrag steht hier.

Geld verdienen mit Büchern geht also gar nicht?! Oder: Was könnte ich vielleicht doch gewinnen?

Betrachten wir einmal allein die Sachbücher:

  • Das Erfahrungs- und/oder Expertenwissen von Ihnen als Autor:in wird mit Ihrem Buch in die Welt gebracht. Und das ist so kostbar, dass es sowieso nie angemessen bezahlt werden könnte.
  • Autorinnen und Autoren, die “Nischenthemen” haben, können durchaus zu “Stars” werden – aber eben nur in “ihrer Nische” – davon wird man in aller Regel leider auch nicht reich. Aber eine solche Positionierung ist in einer Welt, in der sowieso schon lang niemand mehr ALLES wissen kann, schon eine ganze Menge!
  • Eben: In einer solchen Nische kann man sich wunderbar positionieren, für etwas (ein)stehen – wo geht das heute sonst noch? Außerdem ist es ein richtig gutes Gefühl!

Für alle Bücher gilt:

  • Wer ein Buch geschrieben hat, bekommt Reaktionen, hat und liefert Gesprächsstoff. All das sind wertvolle Kommunikationsprozesse.
  • Genau: Ein Buch zu schreiben, ist immer ein Prozess. Und der “macht” etwas mit dem Menschen, der da schreibt. Das Innehalten, Fokussieren auf MEIN Thema ist eine Erfahrung, die ich mir ausdrücklich erlauben muss, erlauben darf. Die durchbricht Routinen und Hektik des Alltags, zwingt mich zur Konzentration (schafft dadurch natürlich neue Routinen – aber die sind immerhin selbst gewählt). Am Ende kann ich vielleicht sogar feststellen, dass ich gar nicht (mehr) alles brauche, dem ich bisher hinterher gelaufen bin. … Was das ist, ist natürlich für jede und jeden etwas anderes. Bei mir zum Beispiel sind es die Social-Media-Kanäle, für andere vielleicht regelmäßige Shopping-Touren. Ich muss mich immer ein bisschen selbst hinterfragen, wenn ich ein Buch schreibe. Und aus meiner Sicht ist das immer auch ein Gewinn.
  • Ein Buch zu schreiben, kann und sollte Spaß machen. Ich versuche meinen Kundinnen und Kunden – wenn es denn passt – immer auch die spielerische Ebene des Schreibens zu vermitteln. Nicht wenige “lecken dabei Blut” – und wollen nach dem ersten Buch noch eines schreiben. Oder zwei.

Selfpublishing: wie, wann, was und wo ich will

Ich denke ja: Vor allem der letzte Punkt funktioniert am besten im Selfpublishing – da ist sehr lange Zeit erst mal niemand, der mir diesen Spaß verderben kann, da muss ich mich nicht mit eingefahrenen Verlagsstrukturen (“das ist eben so!”) oder willkürlichen Vorschriften (“macht man so!”) auseinandersetzen. Ich habe lange Zeit freie Hand, kann mir meine Zeit einteilen und während des Schreibens schon Auftritts-Szenarien, mögliche Lese-Orte ausmalen, ungewöhnliche PR-Aktionen ausdenken … Sicher: Irgendwann wird es ernst. Denn natürlich möchte ich mein “Buch-Baby” eines Tages “der Welt” präsentieren: Dort, wo ich es möchte. Dort, wo es Sinn macht. Dort, wo meine Zielgruppe zu finden ist. Dort, wo ich immer schon mit meinen Gedanken und Erfahrungen präsent sein wollte.

Natürlich kann ich über Anzeigen – beispielsweise online – das Interesse auch jener Menschen zu wecken versuchen, die bislang vielleicht noch gar nicht wussten, dass es genau dieses Buch/dieses Thema oder auch ich als Autor/in war, wofür sie sich interessieren könnten … Aber – ich bleibe dabei – reich und berühmt werde ich damit selten. Sicher, ich kann Einnahmen erzielen, mir ein “passives Einkommen” aufbauen – im Selfpublishing wird mein Buch schließlich nicht nach einem halben Jahr schon wieder “aus dem Schaufenster” genommen. “Passiv” ist das alles natürlich gar nicht, ganz im Gegenteil: ohne Arbeit wird das nichts.

Die Träume vom Verlagsvertrag …

Wer jetzt denkt, es wäre doch besser – nach Möglichkeit – doch noch einen Vertrag mit einem “klassischen Verlag” zu erhaschen, dem sei erst mal gesagt: Das ist unter Umständen noch viel mühsamer. Vor allem frustrierender. Ich sage das, OBWOHL ich die klassischen Verlage liebe, für einige von ihnen gearbeitet und ganze Regale voller Bücher von ihnen habe … Aber genau darum versuche ich schon lange, immer wieder aufs Neue, die Vor- und Nachteile von Selfpublishing versus Verlagsvertrag gegeneinander zu stellen.

Zurück auf den Boden der Tatsachen

Wenn potenzielle Kund/innen allerdings  antworten: “Doch! Ich möchte mit meinem Buch ganz schnell richtig viel Geld verdienen!”, dann stellen stellen wir über kurz oder lang meistens fest: Wir passen einfach nicht zusammen.

Nichts geht über Professionalität!

Und dann frage ich mich meistens: Wie kommt man eigentlich auf die Idee, mit Selfpublishing reich werden zu können? Sicher, es gibt mehr als ein Beispiel, wo es funktioniert hat. Vermutlich sogar besser und häufiger als über den “klassischen Verlag”. Ruprecht Frieling hat für den Bereich E-Books dazu eine ganze Reihe höchst aufschlussreicher Interviews mit Erfolgs-Autorinnen und Autoren geführt – sehr lesenswert!

Alle dort Interviewten agieren sehr professionell – nicht immer von Anfang an, aber immer nach einer gewissen Zeit. Manche sind eher zufällig, nicht selten einfach aus Freude am Bücher-Schreiben zu erfolgreichen Selfpublishern geworden. Sie lieben die Sprache, ihre Themen, das Erzählen an sich, den Kontakt zu ihren Leserinnen und Lesern. Das ist unüberhörbar. Und genauso sollte es – meiner Ansicht nach – auch sein!

Geschrei … Oder: Wo ist hier die Gelddruckmaschine?

Natürlich gibt es für Selfpublisher schon seit längerem jede Menge “Verführung”: großartige Erfolgsversprechen, Bestseller-Garantien, das Schreiben als Gelddruck-Maschine … Warum werden wir da nicht schneller misstrauisch? Warum fallen selbst Profis immer wieder auf allzu großartig Scheinendes herein? Ganz einfach: Weil wir glauben WOLLEN , dass das schnelle Geld, das massenhaft “geniale”, unglaublich erfolgreiche Schreiben MÖGLICH sind. Weil scheinbar erfolgreich schreibende Menschen mehr denn je laut schreien: “Ich bin einfach NUR großartig! Und das ist ganz leicht. Meine Bücher sind für ALLE!”

Da wird nicht auf Individuen geguckt, da werden alle in einen Topf geschmissen. Da wird nicht gefragt: Was interessiert dich, wo positionierst du dich – und warum gerade da? Was ist deine Stimme, deine Erfahrung, wie sehen deine Interessen und Geschichten aus, wie fühlen die sich an – und wie transportieren wir sie am besten? Nein. Da wird gebrüllt: “Jeder kann reich werden! Jedes Buch kann alle erreichen!” Ich hab sogar in diesem Zusammenhang auch schon gehört: “Sprache ist nicht so wichtig, wer hier Schreibfehler findet, darf sie behalten …” Für mich gibt es dafür ein klares Wort: Ignoranz. Wenn ich so was höre, könnte ich regelmäßig schreien. Und zwar laut.

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Denn all die Fragen, die ich oben gestellt habe, die sind wichtig! Und die stellt Ihnen normalerweise niemand sonst … Wenn Sie das Schreiben also in die eigene Hand nehmen, haben Sie schon gewonnen. Egal, ob mit oder ohne Verlag: Es geht um Sie. Um Ihre Haltung, Ihre Position oder, wenn Sie so wollen: um Ihren Eigensinn.

Individualität & Freiheit: Das ist Ihr Erfolgshonorar!

Ich behaupte außerdem: Jeder Mensch schreibt anders. Wer das nicht realisiert, beraubt sich der Freiheit, mit dem Schreiben seinen ganz eigenen Prozess zu durchlaufen – und bringt sich damit um tolle Erfahrungen. Ich weiß gar nicht mehr, wer das gesagt hat, aber für mich stimmt es:

Schreiben ist eins der letzten echten Abenteuer unserer Zeit!

Sprache ist außerdem eins der letzten Instrumente, das wir – meiner Ansicht nach – noch haben, um zu differenzieren, Grau- und Zwischentöne, neue Gedanken, Ideen, Linien, Gestalten, Bilder zu finden. Das ist  eher keine “Mission”, sondern ein Prozess. Um Neues zu entdecken, Dinge auszuloten, sich Zeit lassen zu dürfen. Oder um ganz neue Welten zu “bauen”, unseren Leserinnen und Lesern Spannung und Selbstvergessenheit  zu bieten. Und uns selbst auch. Oder, ganz klassisch, um Informationen zu vermitteln. Das aber bitte fundiert – was nicht ausschließen muss, gleichzeitig unterhaltsam zu sein. Oder Erinnerungen zu bewahren, die berühmten Spiegel sich selbst und anderen vorzuhalten …

Es gibt sehr viele Gründe für das Schreiben.

Mir ist nur eins dabei wichtig: Sie sind individuell – und das sollen sie auch sein dürfen. Sie können stachelig und eigensinnig zu sein, auch mal Unsinnstexte hervorbringen, nie Gehörtes produzieren, Fragen auch mal offen lassen, in allen Facetten erzählen, völlig neue Themen/Ideen entwickeln … einfach frei sein. Und das ist – für mich jedenfalls – mehr wert als jedes Autorenhonorar.

Noch mal von ganz anderer Seite betrachtet: Brauchen Menschen, die vom (literarischen) Schreiben leben wollen, einen Brotjob “nebenbei”? Wie geht das, was macht es mit den Autor:innen? Und was sagt es über die Verdienstmöglichkeiten im Literaturbetrieb aus?


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Die Trilogie des Eigensinns besteht bislang aus zwei Büchern – die sich ohne Probleme auch wunderbar getrennt voneinander lesen lassen. Macht durchaus Sinn, denn sie bilden zwar eine „Familie“, haben aber unterschiedliche Schwerpunkte. In „Mein Kompass ist der Eigensinn“ geht es darum, wie wir Eigensinn erkennen, ihn für uns entwickeln können. Aber auch darum, wo er seine Grundlagen hat, welche Vorbilder ich gefunden habe – und wie er uns helfen kann. Als Kompass zum Beispiel. Oder beim Schreiben von (eigenen) Büchern.
In „Wer schreibt, darf eigensinnig sein“ steht eigentlich schon alles Wichtige im Titel: Es geht um die praktische Realisierung des Schreibens mit Eigensinn, um Kreativität, aber auch um Selfpublishing. Da gibt es jede Menge Praxistipps, Übungen und Beispiele. Aber auch die Spiellust – meiner Ansicht nach ein wichtiges Schreib-Instrument – kommt nicht zu kurz. Zum Beispiel mit dem Selbsttest „Welcher Schreibtyp bin ich eigentlich?“ Der zieht sich – augenzwinkernd bis ernst – durch das ganze Buch.
Beide Bücher auf einen Blick – und auch zum Bestellen – im Shop der Autorenwelt hier. Aber natürlich auch überall sonst, wo es Bücher gibt.


Text und Fotos: Maria Al-Mana


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