Selfpublishing ist eine tolle Möglichkeit. Aber es ist nicht ganz einfach, sich einen Überblick zu verschaffen: Was brauche ich wann in welcher Form von wem? Und manchmal sind schon die Grundbegriffe unklar … Das  beginnt mit Bezeichnungen: Ist nur ein E-Book Selfpublishing, oder zählen auch gedruckte Bücher dazu? Klare Antwort: ja, tun sie.

Und was ist mit Sachbüchern?

Noch so eine Unklarheit: Funktioniert Selfpublishing nur im belletristischen Bereich? Nein, auch Sachbücher können im Selfpublishing-Markt eine sehr gute Idee sein – mehr darüber hier. Oder: Wie heißen die Anbieter all der Selfpublishing-Leistungen, von Buchsatz über ISBN-Nummer bis zu Vertrieb und Honorarabrechnung? Ich nenne sie Selfpublishing-Dienstleister. Kein schönes Wort, aber immerhin klar. Und dann: Die Buch-Welt ist in heftiger Bewegung. Das betrifft mittlerweile auch Selfpublishing-Dienstleister: Bedingungen und Honorare ändern sich, manche hoffnungsvolle Anbieter verschwinden schneller wieder vom Markt, als man gucken kann … Nein: Einfach ist das alles nicht!

Teamwork Selfpublishing: welche Dienstleister für mich?

Keine einfache Frage, klar ist nur: Erfolgreiches Selfpublishing ist immer  Teamwork. Darum hier mal eine kleine Übersicht über die wichtigsten Schritte, die alle bedenken sollten, die sich auf den Weg des Selfpublishing machen. Ich gehe davon aus, dass alle Inhalte schon klar sind, dass Texte ein Lektorat bekommen haben, ein Bild für das Buchcover ausgewählt ist, in genügend großer Auflösung (mindestens 300 dpi, besser mehr) und rechtefrei vorliegt. Das sind schon sehr wichtige Schritte auf dem Weg zum eigenen Buch. Doch es gibt noch immer viele Punkte, die es  zu bedenken gilt. Vor allem: Welchen Dienstleister soll ich wählen, um mein Buch als Selfpublisher optimal auf den Weg zu bringen? Viele Menschen haben dabei an erster Stelle ihre Verdienstmöglichkeiten im Blick. Ja, kann man so sehen. Aber es gibt durchaus noch andere, wichtige Perspektiven, die sich dieser Entscheidung zugrunde legen lassen. Denen will ich hier mal nachgehen – zumindest ansatzweise.

amazon ODER Print?!

Was möchte ich für ein Buchformat? Welche Schriften? Schon bei diesen Fragen steht und fällt alles mit dem Selfpublishing-Dienstleister, den Sie wählen. Ich gestehe: Ich habe es mittlerweile aufgegeben, ALLE Anbieter im Blick zu behalten. Da ändern sich die Dinge rasend schnell, das ist kaum zu schaffen. Außerdem gibt es zig Optionen… und das auch noch in Kombi-Möglichkeiten. Eine beliebte Option ist, nur mit E-Book (und diversen Rabattaktionen) auf amazon zu starten – und sich dann erst jemanden für die Print-Ausgabe(n) zu suchen. Meist hat man da nämlich die Wahl zwischen Taschenbuch und Hardcover – oder beidem.

Früher war es eine gute Möglichkeit, das Marketing über die amazon-Bewertungen anzukurbeln … Hat aber mehrere Haken. Erstens ist es Glückssache, wie positiv die Bewertungen ausfallen. Zweitens halte ich die dahinter stehende Annahme noch immer für fraglich, dass sich Leute, die das E-Book gekauft und gern gelesen haben, später auch eine Printausgabe kaufen werden. Allerdings: Wenn positive Bewertungen das Buch schnell nach oben katapultieren, geht die Rechnung vielleicht wirklich auf – wobei amazon (wie alle anderen Selfpublishing-Dienstleister auch) selbstverständlich bei jedem verkauften Buch mitverdient und noch jede Menge kostenpflichtiger Werbemöglichkeiten anbietet … von Anzeigen bis Trailer-Erstellung. Ich bin keine amazon-Expertin – und werde es wohl auch nie mehr werden. Äußerst bewandert ist dagegen Matthias Matting, der „Selfpublishing-Papst“. Für ihn geht im Selfpublishing absolut gar nichts ohne amazon – und darum kennt er sich wirklich hervorragend damit aus: Auskunft gibt seine selfpublisherbibel.de/

Nur Print?

An „Print allein“ kommt man über zwei Wege: Manche Selfpublishing-Dienstleister bieten beispielsweise an, NUR die Daten für Print zum Druck on demand bereitzustellen, da könnte vorher beispielsweise ein amazon-E-Book stehen. Oder man wählt gleich alle drei Formate aus einer Hand, geht auch.
Der andere Weg ist: Sie lassen auf eigene Kosten/Rechnung drucken. Ich kenne einige Menschen, die das tun. Verstehe es aber ehrlich gesagt nicht so ganz. Denn dann muss man sich komplett allein um die ISBN-Nummern kümmern (kosten in der Einzelbestellung etwa 70.- das Stück, für Taschenbuch und Hardcover also 140.- Euro) UND ganz allein für den Vertrieb sorgen, sprich: Jedes Buch einzeln verpackt über den Postweg an Kund/innen ausliefern. (Achtung! Seit 2019 gilt das Verpackungsgesetz auch für Selfpublisher!) Außerdem bilden sich dann schnell unter Bett oder im Flur ziemlich große Bücherhaufen – denn: Je mehr Exemplare ich drucken lasse, desto niedriger ist der Einzel-Produktpreis. Aber: Wohin mit mehreren hundert Büchern?! Noch schlechter als Bett oder Flur ist der Keller als Aufbewahrungsort: Ich habe schon richtig teure Bildbände wie auch andere Bücher bekommen, die im Keller gelagert waren … die müffeln!  Eigentlich immer.

Schließlich bietet auch amazon an, woanders produzierte Bücher auszuliefern. Doch viele Autor/innen beklagen, dass das manchmal mehrere Wochen dauern kann. Absicht oder Zufall? Hat noch niemand wirklich rausgefunden. Und dann gibt es auch für Selfpublisher reine Auslieferer von Medienprodukten (Bücher, Zeitschriften, E-Books und CDs) wie NovaMD – auch das könnte ein Weg sein.

Nur E-Book?

Für meine edition texthandwerk bin ich eine Kooperation mit tredition  eingegangen. Einer der Gründe war, dass sich da niemand mehr entscheiden muss: Print und/oder E-Book? Dort gibt es alle Formate im Komplett-Paket – und das sind mehr als „nur“ drei Formate … Denn man muss wissen, dass jedes E-Book je nach „Lesegerät“, also: E-Book-Reader, ein anderes Ausgabeformat braucht. Die wichtigsten drei sind der Kindle von amazon, der Tolino der großen deutschen Buchhandelsketten und die Geräte aus der Apple-Welt. Die drei Formate sind NICHT untereinander kompatibel, brauchen also jeweils eine andere Formatierung. Über all das muss sich in diesem Komplett-Paket niemand mehr Gedanken machen.
Und auf der anderen Seite: Wer nur über amazon E-Books erstellen lässt, hat alle Interessent/innen mit Nicht-Kindle-Lesegeräten schon verloren.

Einen ganz anderen Weg geht feyir.com: Da gibt es was für Augen UND Ohren, sprich: Es werden selbst produzierte Musiktitel und E-Books angeboten. Der Anbieter aus Bayern sieht seine Dienstleistungen vor allem im Vertrieb. Aber Achtung: Wer von einer Karriere als Autorin/Autor träumt, wird hier schnell über den Begriff „Selfpublishing“ stolpern – gemeint sind in diesem Fall nämlich NUR E-Books!

Schriften, Buchformat und Co.

Und wie sieht es mit den Formaten  gedruckter Bücher aus? Welche Sonderwünsche sind möglich, welche Schriften, welches Papier? Gehen farbige Abbildungen – und wie hoch ist der Aufpreis dann? Bei Schriften wie Buchgrößen gibt es bei jedem Selfpublishing-Dienstleister Dinge, die sind problemlos möglich – und anderes geht entweder gar nicht oder nur gegen Aufpreis. Mehrkosten verursachen fast immer farbige Abbildungen im Innenteil oder ein besonderes Papier. Wenn Ihnen solche Dinge also SEHR wichtig sind, könnte es durchaus ein Kriterium sein, den entsprechenden Dienstleister nach genau diesen Vorgaben – und dessen Preis – auszuwählen. Da hilft leider wirklich nur eines: sich durch die Seiten klicken. Und vergleichen, vergleichen, vergleichen.

Die wichtigsten Selfpublishing-Dienstleister

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Beitrags (Juli 2019) sind die größten/bekanntesten Anbieter mit Rundum-Angeboten, also Print UND E-Book, im deutschsprachigen Markt: bookmundo, books on demand, epubli, neobooks, tredition und twentysix. Ich betone den Veröffentlichungszeitpunkt darum so, weil ich in den letzten Jahren schon mehr als einen vielversprechenden Dienstleister habe kommen und wieder verschwinden sehen. Auch Honorare und Publikationsbedingungen können sich von einem auf den anderen Tag ändern … Außerdem sind nicht all diese Anbieter unabhängig … Mehr als einer gehört zu großen Buchhhandels- oder Verlagsketten. Einfach mal ins Impressum der jeweiligen Anbieter gucken …

Was kostet das? Vergleiche sind schwierig …

Und wie steht es mit Preisen? Ich habe mich monatelang bemüht, „echte“ Vergleichsdaten zu erstellen. Ist mir nicht gelungen. Das ist wie bei Versicherungen: Die Konditionen sind zu unterschiedlich, um sie wirklich vergleichen zu können. Also: Es ist und bleibt IHRE Entscheidung! Und einer der wichtigsten Punkte, die bei einer so schwierigen Entscheidung eine Rolle spielen können, ist eben: Welche Ansprüche haben Sie an Ihr Buch? Grafisch, gestalterisch? Welche Leistungen können, welche wollen Sie selbst erbringen? Wollen Sie alles aus einer Hand haben – oder lieber an verschieden Dienstleister delegieren?

Wer zu allen Selfpublishing-Themen und Dienstleistungen regelmäßig aktuell informiert werden möchte, dem empfehle ich das Abonnement des viermal jährlich erscheinenden Magazins „der Selfpublisher“ des Uschtrin-Verlags.

Buch-Cover

Hier geht es vor allem um die Reihenfolge der zu erledigenden Arbeiten. Da gibt es einige Punkte, die man sich einfach mal klar machen sollte…
Ein Buchcover wird im Idealfall durchgehend gestaltet – bedeutet: Von vorne rechts bis hinten links in einem „Rutsch“. Dann umfasst es auch den Buchrücken. Und wie breit wird der sein? Das entscheiden Buch- und Schriftgröße – denn daraus resultiert die endgültige Seitenzahl. Mit anderen Worten: Bevor Sie die nicht kennen, sollten Sie lieber noch nicht mit der Cover-Gestaltung anfangen! Auch die Dicke des Papiers spielt hier natürlich eine Rolle.
Aber – siehe oben: Aus welchen Papieren, Schriften und Buchformaten kann ich denn überhaupt wählen? Es wäre also gut, Sie wüssten ZUERST, mit welchem Selfpublishing-Dienstleister Sie arbeiten wollen, bevor Sie sich an die Cover-Gestaltung machen.

Auch die ISBN-Nummer muss mit aufs Cover, dafür gibt es automatische Strich-Codes. Viele Selfpublishing-Dienstleister erzeugen die automatisch, dann können Grafiker/innen sie für die Buchrückseite übernehmen. Da sind sowohl Auslieferer (also Selfpublishing-Dienstleister und deren Kooperationspartner) wie auch Buchpreis inkludiert. Genau: Auch die Wahl des Buchpreises spielt eine große Rolle! Vor allem in einem Land wie Deutschland, in dem es eine Buchpreisbindung gibt … Bedeutet: Einmal gewählt, muss er für ALLE Handelspartner gleich sein – und bleiben. (Sollte er mal geändert werden, darf das auch nur wieder für alle gleichermaßen geschehen.) Sie sehen: Die Reihenfolge ist durchaus wichtig, denn manche Dinge hängen einfach untrennbar miteinander zusammen. Und die Wahl des Selfpublishing-Anbieters spielt in der ganzen Produktions-Kette eine äußerst wichtige Rolle.

Spezialfall: Buch – ISBN-Nummer – Buchhandlung

Noch ein Wort zu amazon: ISBN bedeutet International Standard Book Number. Damit wird das Buch katalogisiert und kann – der Name sagt es schon – über das Verzeichnis lieferbarer Bücher international ausgeliefert werden. Nicht so bei amazon. Das ist und bleibt ein US-amerikanischer Anbieter. Zwar vergeben die amazon-Dienste CreateSpace und KDP-Print für ihre gedruckten Bücher kostenlose ISBN-Nummern. ABER: Da handelt es sich um amerikanische Nummern, die amazon nicht in das Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB) des deutschen Buchhandels einträgt.
Auch das ist also eine wichtige Frage bei der Wahl des Selfpublishing-Dienstleisters: Wie wichtig ist mir die Bestellbarkeit meines Buches im deutschsprachigen Buchhandel und weit darüber hinaus? Wem das wichtig ist, für den entfällt amazon als Selfpublishing-Dienstleister schon automatisch. Und der sollte auch bei anderen Anbietern darauf achten, eine „echte ISBN“ für sein Buch zu bekommen.

Die Lösung der Texthandwerkerin

Ich habe tredition als Kooperations-Partner gewählt, weil die ein nettes Rundum-Sorglos-Paket bieten. Sie kümmern sich um alles, vergeben „echte (also europäische) ISBN-Nummern“, stellen das fertige Buch auf allen großen Online-Buchportale (einschließlich amazon!) ein, liefern google die wichtigsten Stichworte, haben Abkommen mit zwei deutschen und einem österreichischen Buch-Auslieferer. Und sie sind unabhängig, gehören zu keiner Verlags- oder Buchhandelskette. Ganz wichtig auch: Sie erheben keinerlei Exklusiv-Recht an Ihren Inhalten.
Klar: Die „Werbetrommel“ müssen Kund/innen selbst rühren, aber das ist bei allen Selfpublishing-Dienstleistern der Fall. Und es gibt ziemlich dicke Autorenrabatte, wenn Sie Ihr eigenes Buch bestellen. Rabatte sind abhängig von Menge und Verkaufs-Preis und können mit dem „Honorarrechner“ durchgespielt werden.

Selfpublisher werden – wo finde ich Beratung?

Die Texthandwerkerin hat schon viele Menschen von der ersten Idee bis zum eigenen Buch begleitet. Als Lektorin ist sie ebenso Buch-Profi wie durch ihre jahrzehntelange PR- und Redaktionstätigkeit. Das alles hat sie in der edition texthandwerk gebündelt. Und die hat nur ein einziges Ziel: Menschen zuverlässig dabei zu helfen, mit einer Buchveröffentlichung zu ihrer eigenen Schreib-Stimme zu finden. Mein Angebot: Ich lasse Sie nicht allein im Selfpublishing-Dschungel. Denn neben allem anderen bin ich
Germanistin, systemischer Coach, Schreibcoach und Buchhebamme.

 

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Wer bin ich?
Mehr über mich Autorencoaching, Autorenberatung, Verlag Texthandwerk, Unterstützung Selfpublishing, coaching

 


 

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